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Samstag, 19. Januar 2013

12 Fragen an... Interview "Medizin interdisziplinär - Neue Ansätze, neue Möglichkeiten" 23.4.2011

Aus der Begleit-Zusammenfassung des Fachsymposiums "Medizin interdisziplinär - Neue Ansätze, neue Möglichkeiten" vom 23.4.2011 in Zürich

12 Fragen an...


...Christian M. Zehfuß, den aus Deutschland zu uns gekommenene Entwickler der "integrierten FunktionsHypnose" zu seiner Kombination-Methode.


Lieber Herr Zehfuß. Schön daß Sie dieses Jahr den ausländischen Beitrag und die Befruchtung unseres Bestrebens medizinischen Disziplinen miteinander kolaborieren zu lassen übernehmen. Wie wir schon wissen sind sie ein erfahrener Urlaubs-Schweizer mit ehemals familiären Banden in unser Land. Welche Ausbildung haben Sie genossen und auf welche Berufserfahrungen greifen Sie zurück?

Zunächst vielen Dank für die freundliche Begrüßung und ja, es stimmt, die Schweiz konnte ich in 15 Jahren in denen ich jährlich drei Urlaube hier verbringen konnte vom Bodensee bis hinunter in´s Tessin ganz intensiv kennenlernen. Umso mehr freute mich Ihr Ruf meinen Ansatz hier in einem so honorigen, selektierten Kreis vorzustellen. Meine Ausbildung ist, ergänzt durch jährliche Fortbildungen, die eines Sportphysiotherapeuten in Kombination mit einer vollständigen Hypnoseausbildung. Durch die über zwanzigjährige therapeutische Arbeit gab mir dies die Basis zu entwickeln, was ich hier vorgestellt habe.

Warum die Hypnoseausbildung, Herr Zehfuß? Das ist doch eine eher selten Weiterbildung für Physios.
Ja das stimmt. Es stellt sich aber die Frage ob nicht genau diese viel interessanter für uns sein SOLLTE. Denn gerade im Sport, gerade in der Reha sind ja viele Dinge in erster Linie Kopfsache, nicht wahr?
Jedenfalls hat mich von Beginn an das Crux begleitet und auch eingeschränkt daß ich mit meinen physischen Therapiemethoden manchen Schranken, die mir Kopf-sache zu sein schienen, einfach nicht beikam. Umgekehrt beklagten Psychologen, beispielsweise bei Ess-gestörten oder auch nervös-unkonzentrierten Jugendlichen den fehlenden Zugriff auf körperliche Symptome, deren Beeinflussung sie als nützlich beurteilten, jedoch ihrerseits keinen Einfluss nehmen konnten. Psychologen fassen Ihre Patienten üblicherweise nicht an, wie Physios das tun.

Das leuchtet natürlich ein... War das dann schon der Zündfunke für die Entwicklung einer ganzen Therapie?
Nun, das war EIN Argument. Auch ich habe mich ja nicht ein Wochenende lang in mönschiche Klausur begeben um dann Montags ein in sich schlüssiges Konzept in der Hand zu halten, das eine Ausbildung interessant macht.
In der auf die Arbeit als Sportphysio folgende Hypnoseausbildung fielen mir immer wieder Betreffe auf, die in diese Grauzone zwischen physischem und mentalem Tätigkeitsfeld zu gehören schienen. Umgekehrt erschlossen sich mir Beobachtungen, die ich in Unkenntniss mentaler Techniken, schon früher gefühlsmäßig in einen solchen Bereich eingeordnet hätte, jedoch nicht klar begründen konnte warum. Behandlerisch angehen schon garnicht.
Jedenfalls war mir, als stieße ich ein riesiges Tor auf, als mir klar wurde welche Fülle von bis dahin
als problematisch eingestuften Patienten-/Klientenprobleme man mit einer interdisziplinären Methode für Befund und Behandlung wohl würde angehen können. So begann ich zu forschen und mich durch Ergebnisse prüfen zu lassen.

Und was waren Ihre Erfahrungen?

In einer int. Studie, die 2 Jahre lang lief, beschaffte ich mir zunächst genügend Teilnehmer um all das, was mir erfolgversprechend schien auszutesten und die Ergebnisse bzw die Klienten selbst entscheiden zu lassen wie nützlich die angewandten Wege seien. Natürlich verschaffte mir diese honorarfreie Arbeit eine enorme Erfahrung in der Befunderhebung, im Umgang mit unterschiedlichsten Situationen und brachte mich auch auf dem Feld der Sportphysiotherapie unglaublich viel weiter. Ich kann diesen Vorteil vor Kollegen unumwunden als Lohn für
meine Anstrengungen ansehen. Kein Geld der Welt hätte mir das verschaffen können. Nach anfänglichen Niederlagen stellten sich rasch Erfolge ein, die Klienten schöpften Vertrauen, die Studie wurde zum Selbstäufer aus dem  die wohl beste Werbung, die man sich wünschen kann, entstand. Und am Ende brachte mir das obendrei Ihr Interesse im  Ausland. Was kann man mehr von einer Idee erwarten...

Im Nachhinein klingt das wie ein kometenhafter Start einer großartigen Idee. Wer waren denn die Menschen, die sich für ihre Studie meldeten.
Das waren, zu meinem Glück, ganz unterschiedliche Menschen mit echtem Interesse Ihr Problem angehen zu wollen. Anfragen die sich lediglich eine kostenlose Behandlung wünschten, musste ich in nur sehr überschaubarem Maße ablehnen. Alle Klienten waren offen und gerne bereit die folgenden Befragungen zu beantworten, bzw Behandlungstagebücher zu führen. Sie generierten mir einen enormen Pool an unterschiedlichster und stichhaltiger Information.
Informationen, die mich nicht selten auch auf die weiteren Ansätze brachten, mit denen ich garnicht gestartet war. Trotzdem war es weder kometenhaft, noch einfach oder hatte ich je den Eindruck ein glücklicher Erfinder zu sein. Das Glück des erfinderischen Zufalls, jedenfalls, hatte ich leider nie.

Sie haben aus Ihrer Methode aber auch eine Lehrkonzept gemacht.
Ja. Schon sehr bald wollte (und konnte) ich meine Patientenanfragen nicht mehr alleine bedienen. Zumal ja Anfragen aus dem ganzen Bundesgebiet kamen, ich aber noch meine Patienten in der südwestpfälzischen Physiopraxis habe und nicht zuletzt auch das Familenleben mit meinen zwei Töchtern keinesfalls zu sehr schleifen lassen wollte.
Das Potenzial für eine vollwertige Ausbildung, bzw Fortbildung für Therapeuten der physikalischen bzw psychologischen Therapien, war zweifellos vorhanden und die Frage der Räumlichkeiten löste ich glücklicherweise dann doch mal wie von selbst. Somit war die Schule und mit ihr eine vierwöchige Ausbildung für Behandler geboren.
Reine Privatanwendern werden Wochenendkurse angeboten; wer mit dem Gedanken spielt selbst eine Lizenz-Schule zu eröffnen kann auf den Start der Level-1-Trainer-Ausbildung bauen.

Wer meldete sich dann für dies drei Ausbildungswege an und wie haben diese Schüler ihr Wissen umgesetzt.

Ich habe tatsächlich deutlich mehr Neueinsteiger, welche die Komplett-Ausbildung absolviert haben, ausgebildet als Berufskollegen der physikalischen Therapie oder auf den psychologischen Feldern Tätige fortzubilden.
Noch einmal beklage ich diese Tatsachen, denn die iFH erweitert die eigenen Möglichkeiten in beiden Disziplinen enorm.
Da es bis heute erst knapp 100 iFH-Behandler mit der Erlaubniss gewerblich zu arbeiten gibt, kommt das einem Gebietsschutz gleich, was die Chancen für einen erfolgreichen StartUp natürlich unglaublich erhöhen.
Ich stehe mit allen Schülern in mehr oder weniger engem Kontakt, gebe Hinweise, Tips, Hilfen und als Entwickler meiner Methoden natürlich einen lebenslangen Support. Diesen Vorteil habe auch ich bei Therapien genossen, die ich beim Entwickler selbst erlernt hatte.

Das bisherige Interview macht nun schon neugierig. Für alle die dem Symposium und ihrem vielbeachteten Vortrag nicht folgen konnten... wo kann man sich über die iFH oder integrierte FunktionsHypnose informieren?
Am meisten erfahren Sie im kontinuierlich ergänzten Online-Blog www.iFHnZ.Blogspot.com
Den direktesten Kontakt zu mir finden Klienten über die Seite www.Hypnosepraxis-Zehfuss.de
und alle an der Ausbildung intressierten, die über die Blog-Infos hinaus weiteres wissen wollen, finden mich in gewerblichen SocialNetworks wie Xing, LinkedIn oder auch Facebook.

Vorteile und Unterschiede Ihrer Methode sind im Blog sicherlich beschrieben. Welche sind es zusammengefasst?
Obwohl auch ich froh bin, dass wir heute Antibiotika, Schmerzmittel und all die modernen Medikamente haben, meine ich doch, daß der hervorstechendste Vorteil der iFH die medikamentenfrei Behandlung ist. Gerade hinsichtlich der Behandlung von Jugendlichen. Die iFH fügt sich elegant in andere, laufende Therapien ein und wird von Patient und (aufgeschlossenen) Therapeuten gut akzeptiert. Menschen die Vorbehalte vor der herkömmlichen Verbalhypnose haben,
gefällt daß die iFH über große Strecken nonverbal funktioniert, keine "Daran-glauben-müssen" bedingt und überaus rasch subjektive Fortschritte bringt. Die in der Studie belegten objektiven Fortschritte hängen dabei mit den subjektiven untrennbar zusammen, auch dergestalt daß diese geradezu zwingen einsetzen.
Sportler nehmen dankbar die sekundenschnelle Hilfe im Verletzungsfall an, die ohne Spritze funktioniert, oder lernen  durch die hypnotische Unterstützung die entscheidende Zehntelsekunde für sich zu nutzen. Siege sind kein Zufall.

Gibt es weitere spezielle Felder, außer dem Sport, in dem iFH besonders nutzbringend anzuwenden ist?
Allerdings. Die Akzeptanz einer Prothese ist nicht selten eine kniffelige Sache. Körpertherapeuten, auch wenn sie mit Spiegeln arbeiten um den sensomotrischen Cortex des Gehirns zu überlisten, arbeiten da lange und hart und oft für Patienten und Therapeuten sehr unbefriedigend. Das generiert unnötigen Frust. Aber Ihnen fehlt nunmal üblicherweise der Zugang zur Psyche, wie Psychologen sie haben. Psychologen wollen sich manche Patienten dieser Klientel aber nicht öffnen, denn sie haben ja offensichtlich ein körperlichens Problem. Ein Dilemma. Es sei denn der Behandler wäre in beiden Diszilplinen zuhause so wie iFH-Behandler (Level-2-Ausbildung)
Ähnlich ist es auch bei viel alltäglicheren und oft tabuisierten Betreffen wie ´Männerproblemen´. Der Gang zum Urologen gilt noch als akzeptiert und daher möglich, der zum Psychologen ist schon belastet und wird eher gemieden, darüber geredet wird noch weniger gerne... Männer sind da problematischer als Frauen. Daher akzeptieren Männer die Behandlung ihrer Probleme, die ja insgeheim doch sehr an Ihnen nagen, mit nonverbalen Techniken sehr gut.
Meiner Erfahrung nach noch besser, wenn ein Mann sie ausführt.

Die Patientefälle, die in Ihrem Blog beschrieben sind machen große Hoffnung. Die eben von Ihnen skizzierten Behandlungen ebenfalls. Hand auf´s Herz... wie mächtig ist die integrierte FunktionsHypnose
Ganz offen: Kann ich noch nicht sagen. Ich selbst bin von den Möglichkeiten, denen ich mich plötzlich gegenüber sah, überwältigt worden. Immer mehr Probleme mit sowohl körperlichen als auch mentalen Symptomen, die stets miteinander interagieren, offenbaren sich mir. Insgesammt DAS Argument den Level-1-Therapeuten-Lehrgang zu entwerfen und Gefährten mit Ideen, Ansätzen, anderen Ansichten und Herangehensweisen und hoffentlich auch Lösungen heranzubilden.
Ich denke nicht daß ich die iFH in Ihrer vollen Blüte und Mächtigkeit erleben werden und auch auf diesem Symposium hier habe ich sowohl kritische Stimmen aber auch die Vorhersagen einer großen Zukunft für die iFH vernommen.
Das Pro wie auch die Kontras von altgedienten Fachleuten und Korifäen ihres Faches.

Wie ausbaufähig ist die iFH ihrer Meinung nach?
Wenn sich der eine oder andere Berufskollege oder auch Therapeut der psychologischen Seite in diese Schnittmengen-Behandlungsform, so will ich´s mal nennen, vorwagt, seine Möglichkeiten damit erweitert und die IFH mit seinen Erfahrungen weiterbringt... Ich sehe da noch keine Grenze.
Für den StartUper, der seine eigene Praxis beginnen oder auch nur erweitern will eröffnet sie ein enormes Klienten-potenzial groß genug daß er sich wohl wird spezialisieren müssen auf Klienten seines Interesses... Sportler, Jugendliche, Rehapatienten....
Wer selbst ausbilden will findet wohl in der Chance eine iFH-Schule zu gründen momentan auf dem Markt der Alternativmedizin kein vergleichbar erfolgversprechendes Konzept.

Und trotz eine solch hochpotenten Innovation leisten Sie sich immernoch eine gewisse soziale Verantwortung ihrer eigenen Idee gegenüber...?
Was meinen Sie?

Online ist zu lesen daß ein Schüler pro Jahr die Ausbildung zum Level-2-Behandler gratis macht.
Ach so... naja "Gratis" klingt ein bischen zu simpel. Ein Bewerber, der mit genügend beeindruckenden Faktoren imponiert, so daß man davon ausgehen kann, daß in Ihm ein guter Therapeut schlummert oder ein Mitstreiter, der die iFH voranbringen wird, kann tatsächlich als Stipendiat ein Behandler werden. Finanzielle Hürden sollten einen guten Behandler nicht daran hindern Patienten und Klienten seine Kunst anbieten zu können, nicht wahr.

Herr Zehfuß, wir wünschen Ihnen noch viel Erfolg, der integrierten FunktionsHypnose eine große Zukunft und uns noch viele interessante Berichte über den Fortschritt dieser vielbeachteten Methode. Vielen Dank für Ihre Zeit.                                                                                                     Das Interview führte Gabriel Steiner